Wissenswertes zum Verein

Satzung

Satzung des Musikverein Freiburg-Hochdorf e.V.

Entstehungsgeschichte des Vereins

Ursprung der Kapelle bis 1990

Über den Beginn der ersten Kapelle gibt es leider keine schriftliche Aufzeichnung, aus der die Gründung eindeutig hervorgehen würde. Erst nach Gründung des Musikvereins hat Gemeinderechner Martin Müller eine kurze Chronik geschrieben, aus der die Gründung der Musikkapelle im Jahre 1865 hervorgeht. Dieser Chronik ist zu entnehmen, dass der Schneider Martin Scherzinger (1840–1882) Gründer und Dirigent einer ersten Musikkapelle Hochdorf war. Es ist zwar anzunehmen, dass vor diesem Datum bei Volksfesten und Tanzveranstaltungen irgendeine Musikvereinigung unbekannter Besetzung aufspielte. Zu der 1865 ins Leben gerufenen Blasmusikkapelle können kaum mehr als sechs Musiker gehört haben. Die Besetzung könnte vergleichbar sein mit Musikvereinigungen in anderen Gemeinden der Umgebung. Der Chronist nennt noch die Namen einiger Musiker, die er der ersten Kapelle zurechnet. Dazu gehört der Bruder des Gründers, Ferdinand Scherzinger (1836–1866), der aber wie die Lebensdaten belegen, bereits ein Jahr nach der Gründung verstorben ist. Weiter sind Ferdinand Heim (* 1840) und Felix Fischer (1847–1904) als aktive Musiker genannt. Weitere Namen fehlen in der 68 Jahre danach geschriebenen Chronik.

Der Gründer und Dirigent Martin Scherzinger scheint ein talentierter Musiker gewesen zu sein. Unbekannt bleibt, wie und wo er seine Ausbildung absolviert hat. Vielleicht war er beim Militär. Bei verschiedenen Rekruten der damaligen Zeit tauchen die Bezeichnungen „Trommler“ oder „Hornist“ auf. Über Auftritte und Veranstaltungen mit Beteiligung dieser Kapelle gibt es bisher ebenfalls keine Hinweise. Der Kapelle traten später die Musiker Wilhelm Rombach (* 1858), dessen Bruder Karl Rombach (* 1859) und Josef Herr (* 1859, aus Reute) bei.

Der Gründer und Dirigent Martin Scherzinger erlag im Jahre 1882 im Alter von 42 Jahren einem heimtückischen Leiden, der damals sehr verbreiteten Tuberkulose. Nach diesem Schicksalsschlag war die Kapelle ohne Leitung und musste die Tätigkeit einstellen.

Nach einer Pause von 12 Jahren erlebte die Kapelle 1894 eine Neugründung. Der Chronist berichtet darüber: „… im Monat Juli 1894, wo sich wieder drei Jünglinge, Martin Müller (* 1874), Heinrich Kümmerle (* 1874) und Raimund Siegel aufrafften und sich zum Stabssolisten Bührle nach Freiburg begaben, ihn fragten um die Dirigentschaft und so die Musikkapelle wieder neu gegründet wurde.“ Zu diesen Neugründern gehörten später noch Wilhelm Meybrunn (* 1878), Friedrich Dettlinger (* 1879), Karl Graner (* 1879) und Josef Frei (* 1880). Am 12. August 1894 wurde mit diesen Mitgliedern, oder mit deren Eltern, ein Vertrag abgeschlossen, der die Bezahlung der Proben und die Beschaffung der Instrumente regelte. Das erforderliche Geld „besorgte“ Gemeinderechner Leonhard Müller und Protas Meybrunn als Gemeinderat übernahm eine Bürgschaft. Die Eltern hafteten für die Instrumente. Am 19. August 1894 wurden die Instrumente in Freiburg gekauft. Der Preis war damals 280 Goldmark. Am gleichen Tag wurde auch die erste Probe abgehalten. In den folgenden Wochen wurde emsig geübt. Bei der Weihnachtsfeier des Arbeitervereins konnte die Kapelle den ersten Auftritt feiern. Die Kapelle „blühte zur Freude der ganzen Gemeinde“, so verzeichnet der Chronist. Auch diese Kapelle blieb von Rückschlägen nicht verschont, Todesfälle und Einberufungen zum Militärdienst und andere Hemmnisse setzten der Kapelle Grenzen. Immer wieder gab es Abgänge, aber auch junge Musiker als Nachwuchs.

Im Jahre 1898 übernahm Martin Müller die Leitung der Kapelle. Die Finanzlage erlaubte nicht mehr die Honorierung eines Dirigenten. Als junge Musiker sind genannt: Johann Heim (* 1880), Richard Heim (* 1882) und Karl Doll (* 1881). Als Trommler ist Karl Hellstab (* 1876) bekannt. Er ist als Regisseur bei den um 1910 stattgefundenen Hochdorfer Freilichttheateraufführungen in die Geschichte eingegangen. Im Jahre 1904 traten der Kapelle Hermann Frei (* 1887) und Johann Herr (* 1888) bei. Beide sollten in der späteren Zeit eine wichtige Rolle in der Vereinsgeschichte spielen. Bekannt ist aus der Zeit unter der Leitung von Martin Müller, dass die Proben in seiner Scheune oder Waschküche zum Teil stattfanden und dass die Hochdorfer Jugend während den Proben sich in den ersten Tanzschritten übte. Aus dieser Zeit stammt auch die Anekdote des damaligen Trompeters Heinrich Kümmerle, der bei einem in der Gemarkung stattgefundenen Kaisermanöver aus dem Speicherfenster das Signal „Das Ganze Halt“ blies und damit den Abbruch des Manövers verursachte. Der Manöverleitung hatte er einen bösen Streich gespielt, der Gemeinde aber einen guten Dienst erwiesen.

Die Kapelle spielte bei Hochzeiten und anderen Anlässen. Diese Feiern sollen manchmal zwei oder drei Tage in Anspruch genommen haben. Eine erste schriftliche Erwähnung findet die Musik im Verkündbuch der Pfarrei. Pfarrer Johannes Ibald war 1909 investiert worden. Am Sonntag nach Fronleichnam 1910 bedankte er sich bei der Musik für ihre Mitwirkung an der Prozession. Es bleibt offen, ob die Kapelle schon in den vorhergegangenen Jahren mitgewirkt hat.

Der Erste Weltkrieg begann 1914 und unterbrach das Wirken der Kapelle. Der Chronist vermerkt zwar, dass alle aktiven Musiker wieder gesund aus dem Feld zurückgekehrt seien. Verschiedene Umstände bedingten aber einen Neuanfang.

Im Jahre 1919 traten neue Musiker der Kapelle bei. Die Namen von Albert Reich, Josef Bürgi, Karl Kümmerle, Franz Egle und Josef Vogel. Als neuer Dirigent wurde Johann Herr verpflichtet. Mit Inflation und anderen Sorgen hatte die Kapelle zu kämpfen, was nicht immer leicht war. Die Proben wurden aus der eigenen Tasche oder der des Vaters, des Onkels oder anderer Spender bezahlt. Mit einer gewissen Verbissenheit dienten die Musiker ihrem Ideal. Unter dem Dirigenten Johann Herr ging die Kapelle zu Preisspielen nach Ebnet (1924), nach Bad Krozingen (1924) und nach Endingen (1926) und konnte dabei Erfolge verbuchen.

Im August 1925 wurde ein Musikverein zur Förderung der Kapelle gegründet. Der Musiker Albert Reich hatte die Vorbereitung der Vereinsgründung betrieben. Bei der Gründungsversammlung wurde Martin Müller zum ersten Vorstand gewählt, zweiter Vorstand wurde Hermann Frei, Schriftführer Gustav Siegel und Rechner Josef Reich. Die aktiven Musiker konnten nun von der Bezahlung der Proben befreit werden. Die Beschaffung der Instrumente und Noten wurde mit Hilfe des Vereins verbessert. Dem jungen Verein traten 42 Personen als Mitglieder bei. Die Zahl der aktiven Musiker ist mit 15 angegeben.

Die Kapelle konnte sich in den Folgejahren verstärken. Die Zahl der aktiven Musiker stieg von 15 auf 25 Mann. In der Dirigentschaft entstanden Probleme und Johann Herr stellte am 6. Juni 1927 sein Amt zur Verfügung. Ihm folgte Josef Hunn aus Buchheim. Seine Dirigentschaft endete am 1. November 1928.

Kapelle 1933

Mit der Wahl von Josef Meybrunn aus Hochdorf begann am 1. Dezember 1928 eine „neue Welle“ für die Musikkapelle Hochdorf. Sein musikalisches Talent ging neue Wege in der Programmauswahl. Seine aktiven Musiker konnte er zu guten Leistungen fuhren. Auch waren die wirtschaftlichen Verhältnisse besser geworden und der Verein konnte viele neue Instrumente beschaffen. Der Aufschwung zwischen den Jahren 1928 und 1933 war enorm. Die Vereinsleitung hatten Hermann Frei, Josef Reich und Karl Fehrenbach übernommen. Mit Eifer und Weitsicht bewältigten sie große Leistungen im Verein. Die Kapelle wurde um 1933 einheitlich eingekleidet und trat in einem schmucken Aussehen an die Öffentlichkeit. Am Fest des Kirchenpatrons, des heiligen Martins von Tours, des Jahres 1933 spielte die Musikkapelle erstmals in der Kirche. An den Fronleichnamsprozessionen spielte die Kapelle ebenfalls in den folgenden Jahren immer mit.

Die Musikfeste im Dorf fanden immer in einem geeigneten Obstgarten oder Hausgarten statt. Mit einigem Aufwand musste der Garten hergerichtet und eine Bühne aufgebaut werden. Der Aufwand ließ den Gedanken an einen geeigneten Festplatz reifen. Die Gemeindeverwaltung wollte diesen Platz weitab vom Dorf eingerichtet haben. Der Vorstand entschied sich für einen Platz neben dem damaligen Schießstand des Schützenvereins Hochdorf, gegenüber dem Pflanzengarten, unweit vom Bahnübergang. Der Wald wurde in Gemeinschaftsarbeit und mit Hilfe vieler Musikfreunde ausgestockt und geebnet. Durch großzügiges Entgegenkommen von Zimmermeister Karl Unmüßig aus Betzenhausen konnte 1935 eine feste Tanzbühne erstellt und eine feste Theke gebaut werden. Musikfeste und Tanzveranstaltungen wurden in den Vorkriegsjahren mehrmals im Jahr abgehalten. Die große Arbeit von Auf- und Abbau konnte erspart und die geschaffene Dauerlösung immer verfeinert werden.

Der beliebte und erfolgreiche Dirigent Josef Meybrunn hatte sich einen guten Namen gemacht. Er wurde von größeren Vereinen umworben. Die Stadt Neustadt bot ihm die Stelle eines Musikdirektors an und er entschied sich nach Neustadt zu gehen. Für Hochdorf war dies ein empfindlicher Verlust. An seine Stelle trat nun sein Bruder August Meybrunn. Die Kapelle hatte bereits eine Stärke von 35 Mann erreicht.

Auch unter der Stabführung von August Meybrunn war die Kapelle erfolgreich bei Konzerten und anderen Veranstaltungen.

Die für den Musikverein und seine Kapelle erfolgreiche Zeit endete mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939. Die meist jungen Musiker mussten zum Militärdienst einrücken. Der Krieg mit seinen schrecklichen Folgen forderte seine Opfer. Das Vereinsleben kam zum Erliegen. Die Nachrichten vom Tod eines hoffnungsvollen Menschen wurden mit jedem Kriegsjahr häufiger. Das Ende war ein völliges Chaos.

Die Festplatzanlage war zum Pionierpark umfunktioniert worden. In den letzten Kriegstagen wurde die Anlage in die Luft gesprengt. Nur Schutt und Asche sollten davon übrig bleiben.

Nach dem Ende des Krieges war zunächst unter der französischen Besatzung alle Vereinstätigkeit untersagt. Nicht mehr als zehn Personen durften sich zusammenfinden und nach Einbruch der Dunkelheit herrschte zunächst Ausgangssperre oder Aufenthaltsverbot auf den Straßen. Nach einem Jahr lockerten die Besatzungsmächte ihre Einschränkungen. Die Sport- und Kulturvereine konnten in beschränktem Maß ihre frühere Tätigkeit wieder aufnehmen. Dazu war die Genehmigung der Besatzungsbehörde erforderlich.

Bereits im Spätjahr 1946 machte Heinrich Graner eine erste Umfrage an alle jungen Kollegen, wer sich zu einer aktiven Beteiligung an einer Musikkapelle bereitfinden würde. Von den angesprochenen Leuten waren neun zum Beitritt bereit. Der ebenfalls zurückgekehrte Dirigent August Meybrunn hatte Bedenken. Der erste Versuch zur Belebung des Musikvereins wurde zurückgestellt. Im Spätjahr 1947 zeigten sich dann 20 junge Leute zur Mitwirkung bereit. Dazu kam die Rückkehr früherer Musiker aus der Gefangenschaft. Im September 1947 konnte mit der Probenarbeit begonnen werden. Dirigent August Meybrunn wurde unterstützt von seinem Sohn Hans, der theoretischen Musikunterricht vermittelte. Im November wurde mit dem Instrumentalunterricht begonnen. Die noch brauchbaren Instrumente waren teils nach Neustadt verliehen, andere mussten notdürftig hergerichtet werden. Der erste Auftritt der jungen Kapelle war bei der Fronleichnamsprozession 1948. Mit Freude wurde der erste Auftritt von den Einwohnern aufgenommen und mitgefeiert.

Zur Vorbereitung der Neugründung des Musikvereins wurde bei der Besatzungsmacht die erforderliche Genehmigung beantragt. Nach einer langen Wartezeit kam die Bewilligung. Die Gründungsversammlung fand am 12. September 1948 im "Gasthaus zum Hirschen" statt. Der Versammlung wohnten 49 Gründungsmitglieder bei. Zum ersten Vorsitzenden wurde Anton Hamm gewählt. Heinrich Hank wurde Stellvertreter, Heinrich Graner Schriftführer und Karl Fehrenbach Rechner. Der Musikverein hatte sich damit wieder konstituiert und konnte seiner Aufgabe gerecht werden.

Bereits am 30. April 1950 beteiligte sich die Kapelle an einem Wertungsspiel in Eichstetten. Ein großes Musikfest wurde im Juli 1950 organisiert und in den Gärten der oberen Mooswaldstraße durchgeführt. Bei schönstem Wetter zog der Festzug durch das Dorf und am anschließenden Festkonzert beteiligten sich 22 Kapellen.

Für den Aufbau des Festes wurden wieder viele Vorarbeiten erforderlich und der abschließende Abbau nahm nochmals viel Zeit in Anspruch. Die Bevölkerung beteiligte sich mit viel Begeisterung. Der Wunsch zur Einrichtung eines neuen Festplatzes wurde ins Auge gefasst. Die vorbereitenden Gespräche stießen auf wenig Gehör beim Hochdorfer Bürgermeister und Gemeinderat. Als Platz war das Waldstück an der jetzigen Hochdorfer Straße vorgesehen. Der Verwaltung war der Platz zu nahe am Dorf und es wurde die störende Lautstärke der Veranstaltungen befürchtet. Das Gelände war damals noch sehr sumpfig und erschien deshalb für ungeeignet, was als weiteres Argument ausgelegt wurde.

Die Kapelle erlitt einen schweren Schicksalsschlag durch eine Krankheit von Dirigent August Meybrunn. Von seinem Leiden sollte er nicht mehr genesen und er ist daran verstorben. Während seiner Krankheit wurde er von seinem Sohn Hans Meybrunn vertreten. Dieser folgte ihm in der Leitung der Kapelle nach. Auch er hatte kurze Zeit später eine Krankheit zu überstehen. Als Vertretung wurde Bruno Lachowski mit der Leitung der Kapelle betraut. Mit ungewöhnlicher Musikalität führte er die Kapelle trotz seines Alters zu ungewöhnlichen Erfolgen. Unter seiner Leitung besuchte die Musikkapelle Wertungsspiele in Freiburg-Günterstal, Neustadt und Pfaffenweiler. Nach einer dreijährigen Tätigkeit musste auch er aufgeben.

Der Führung des Musikvereins war es gelungen, in der Festplatzfrage alle Hindernisse zu beseitigen und den vorgesehenen Platz zur Einrichtung mit Bühne und Theke zu erhalten. Mit großzügiger Hilfe von Zimmermeister Karl Unmüßig wurde wieder eine feste Bühne gebaut und mit Hilfe der Brauerei Mutschler in Waldkirch eine feste Theke gebaut. In Eigenleistung wurde der Platz ausgestockt und hergerichtet. Die Bühne wurde 1952 und in den Folgejahren in ihren derzeitigen Ausmaßen aufgebaut. Nachdem dann die Anlage fertig war, zeigten auch der Gesangverein und der Sportverein Interesse zur Benutzung. Mit dem Gesangverein wurde Einvernehmen als Miteigentümer erreicht. Der Sportverein mietete die Anlage bei Bedarf.

In der Leitung des Vereins war durch die Erkrankung von Vorstand Anton Hamm eine Lücke entstanden. Er sollte von seinem Leiden nicht mehr genesen. Mit ihm verlor der Musikverein einen tüchtigen Organisator. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Fehrenbach als erster Vorstand gewählt. Er hatte eine lange Vereinspraxis hinter sich und war bereits zum Ehrenmitglied ernannt worden. Bei der Kapelle trat Erich Fröhlich, ein Musiker vom Freiburger Stadttheater, die Nachfolge als Dirigent an. Mit ihm hatte der Verein wieder einen guten Griff getan. Sein junges Temperament konnte die Musiker beflügeln. Der größte Erfolg war 1958 die Bewertung „hervorragend“ beim Bundesmusikfest in Karlsruhe.

Kapelle 1963

Dirigent Erich Fröhlich verabschiedete sich 1960 von der Kapelle. Ein neuer Mann musste gefunden werden, der den Aktiven wieder Auftrieb geben konnte. Mit Heinrich Braun, einem Verwandten des früheren Dirigenten Josef Meybrunn, wurde wieder ein Dirigent gefunden, der die Kapelle zu hohen Leistungen geführt hat. Sein jugendliches Musizieren brachte eine neue Linie in die Kapelle. An die früheren Leistungen anknüpfend, wagte die Kapelle den Sprung in die Mittelstufe und erreichte beim Bundesmusikfest 1963 in Offenburg die Bewertung „hervorragend“. Nur vier Jahre dauerte seine Tätigkeit als Dirigent. Auch er folgte dem Beispiel seines Onkels und nahm die Stelle eines Stadtkapellmeisters in Radolfzell an. Ungern sah man diesen Dirigenten nach seiner neuen Aufgabe ziehen.

Die Kapelle wählte 1964 Georg Scheppke aus Freiburg zum neuen Dirigenten. Auch mit ihm hat ein exzellenter Musiker die Nachfolge angetreten. Unter seiner Leitung traten der Kapelle erstmals junge Musikerinnen bei. Die Kapelle wagte 1968 den Schritt in die Oberstufe und fand in dieser Spielklasse gute Beurteilungen.

Kapelle 1966

In der Vereinsführung trat Karl Fehrenbach 1966 in den wohlverdienten Ruhestand, und er wurde zum Ehrenvorsitzenden des Vereins bestätigt. Die Nachfolge übernahm sein Stellvertreter Heinrich Hank. Dem neuen Vorstand fiel die Aufgabe zu, 1966 mit einem Jahr Verspätung wegen Kanal- und Straßenbau im Dorf, das 100jährige Bestehen der Kapelle und das 40jährige Bestehen des Vereins zu organisieren. Das Jubiläumsfest fand vom 2. bis 4. Juli auf dem Festplatz mit einem aufgebauten Festzelt statt. Beim Festbankett waren 11 Kapellen und am Sonntag beim Festzug 22 Kapellen zu Gast. Im Programm gab das Musikkorps der Bundesluftwaffe aus Karlsruhe am Sonntagabend ein Konzert.

Alle Proben der Kapelle fanden bisher im Saal des Gasthauses „Zum Hirschen“ statt. Die Musik fühlte sich wohl und ist den Wirtsleuten Hank/Klott zu Dank verpflichtet. Ein Umbau der Räumlichkeiten wurde erwogen. In der politischen Gemeinde trat ein hauptamtlicher Bürgermeister, Herbert Koßmann aus Umkirch, in den Dienst. Die Gemeinde brauchte eine entsprechende Halle für Aktivitäten der Vereine. Ein Gemeindezentrum mit allen Einrichtungen kam ins Gespräch und in die Planung. Der Kindergarten war die erste Baumaßnahme. Eine große Halle war das nächste Ziel. Diese konnte in den Jahren 1971/72 gebaut und erprobt werden. Der Vereinsraum bot der Kapelle Platz für die Proben, sowie für das Ausbildungsprogramm der Zöglinge.

Im Verein ging 1972 der Vorsitz von Heinrich Hank auf Adelbert Heim über. Er hatte bereits neun Jahre die Tätigkeit des Schriftführers ausgeübt.

In der politischen Gemeinde war in den Jahren 1970 bis 1973 die Gebietsreform mit dem „pro“ und „kontra“ der Eingliederung zur Stadt Freiburg im Gang. Die mit knapper Mehrheit entschiedene Eingliederung hatte Auswirkungen auf das kulturelle Leben in der Gemeinde. Mit zwei Jahren Verspätung blickte Hochdorf 1974 auf 1200 Jahre seit der ersten schriftlichen Erwähnung zurück. Der Musikverein beteiligte sich am Festprogramm.

Zur besseren Nutzung der Mooswaldhalle gründeten acht Vereine eine Gemeinschaft (GÖV). Diese Einrichtung hat ihre Bewährung bei Großveranstaltungen bestanden. Weiter wurde diese Zusammenarbeit Grundlage für den alljährlich stattfindenden Hochdorfer Waldhock auf dem Festplatz. Die Einrichtung des Festplatzes wurde nach dem Bau der Mooswaldhalle ungenutzt gelassen. Nachdem in vielen Orten die „Hocks“ üblich und wirtschaftlich erforderlich wurden, wendeten sich die Hochdorfer Vereine dieser Möglichkeit zu. Mit Beteiligung des Musikvereins wurde die Arbeitsgemeinschaft örtlicher Vereine (AGÖV) gegründet. Die Hochdorfer Waldhocks erfreuen sich alljährlich eines guten Besuches.

Kapelle 1981

Die Gemeinde Hochdorf ist in der Regie von Bürgermeister und späterem Ortsvorsteher Herbert Koßmann eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Chevilly-Larue, einer Vorstadt von Paris, eingegangen. Die Musikkapellen beider Orte machen einen gegenseitigen Programmaustausch. Die Kapelle D'Harmonie Orchester La Chevillaise war schon bei verschiedenen Anlässen in Hochdorf. Ein Gala-Konzert beider Vereinigungen fand am Samstag, dem 24. November 1989, in der Mooswaldhalle statt. Die Hochdorfer Kapelle war schon zweimal in der Partnerstadt.

Die Förderung der Vereine durch die Kommunen fand im ganzen Bundesland eine Neuregelung. Die Politik hat die Nützlichkeit der Vereine vor allem in der Jugendarbeit erkannt. In der Stadt Freiburg wurde das Kulturamt zuständig. Nach einigen Jahren der Orientierung erfahren die Vereine derzeit eine gestaffelte jährliche Zuwendung für ihre Aufgaben.

Kapelle 1990

Bei der Kapelle bat Dirigent Georg Scheppke 1977 ihn von seinen Pflichten zu entbinden. Nachfolger wurde zunächst Heinrich Zipse aus Freiburg. Nach einem Jahr sah er sich zur Aufgabe der Dirigentschaft veranlasst. Die Aktiven entschieden sich 1979 für Richard Mitternacht aus Ihringen zur Leitung der Kapelle.

Unter der musikalischen Leitung von Richard Mitternacht und der bewährten Führung von Adelbert Heim hat der Verein auch sein großes Jubiläum im Jahr 1990 begangen.

Mit kleinen Änderungen aus der Festschrift von 1990 entnommen, verfasst von Heinrich Graner

1990 bis heute

In der Jahreshauptversammlung im Jahr 1996 ging eine Ära zu Ende. Adelbert Heim gab nach über 24 Jahren als erster Vorstand seinen Posten an Edwin Scherzinger ab. In dieser Jahreshauptversammlung wurde Adelbert Heim zum Ehrenvorstand des Musikvereins Hochdorf ernannt. In dieser Funktion nimmt er auch heute noch Ehrungen vor.

Nach über zwanzigjähriger sehr erfolgreicher musikalischer Leitung mit vielen Höhepunkten (div. Konzertreisen nach Chevilly-Larue, Wertungsspielen in Tübingen usw.) verabschiedete sich Richard Mitternacht mit seinem letzten Adventskonzert im Jahre 2000 vom Notenpult. Kurz darauf wurde er zum Ehrendirigenten ernannt und pflegte bis zu seinem Tod im Jahr 2008 weiterhin einen sehr guten Kontakt zum Verein.

Seine Nachfolge als Dirigent übernahm im Januar 2001 Johannes Büttner, der mit seiner Art und seinem Musikverständnis einen frischen Wind in die Kapelle brachte. Im Mai 2005 fand zusammen mit unseren Musikfreunden aus Chevilly-Larue das Open-Air-Konzert "Grand Spectacle" in Hochdorf statt. Die Wege vom Verein und von Johannes Büttner trennten sich im Sommer 2005.

Nach einem halbjährigen Gastdirigat von Cornelius Weller übernahm zum Jahresbeginn 2006 Matthias Pietsch die musikalische Leitung des Orchesters. In dieser Zeit machte die Kapelle große musikalische Fortschritte (u.a. führte Matthias Pietsch die Kapelle in das Zeitalter der symphonischen Blasmusik). Auf Grund einer beruflichen Veränderung gab Matthias Pietsch zum Jahresende 2011 die Leitung des Orchesters ab.

Im Januar 2012 konnte nach kurzer Suche mit Marlon Zickgraf ein junger und dynamischer Dirigent gewonnen werden, der dem Musikverein neue Impulse gab. Im Mai 2012 gab er sein Debüt bei einem großen Konzert in der Mooswaldhalle zusammen mit unseren Freunden aus Chevilly-Larue. Im Mai 2013 starte der Musikverein den Versuch ein zweites Open-Air-Konzert in Hochdorf zu veranstalten. Auf Grund des Dauerregens kam es fünf Minuten vor dem Konzert zu einem Totalausfall der Technik, sodass der Musikverein gezwungen war das Konzert spontan in die Mooswaldhalle zu verlegen. Damit war das erste "Indoor-Open-Air" in Hochdorf geboren. Das Konzert wurde trotz der widrigen Umstände und der Improvisation ein sehr großer Erfolg.

Nach über 18 Jahren gab im Januar 2014 Edwin Scherzinger den Posten des ersten Vorstands an Markus Bourquin ab. Damit wurde der geplante Generationswechsel in der Führung des Musikvereins in die Wege geleitet und ein weiterer großer Schritt in eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft gemacht.

Dirigenten der Musikkapelle Hochdorf

JahreDirigentHerkunft
1865–1882Scherzinger, MartinHochdorf
1894–1898Bührle (Stabssolist)Freiburg
1898–1914Müller, MartinHochdorf
1919–1927Herr, JohanHochdorf
1927–1928Hunn, JosefBuchheim
1928–1935Meybrunn, JosefHochdorf
1935–1951Meybrunn, AugustHochdorf
1951–1952Meybrunn, HansHochdorf
1952–1955Lachowski, BrunoFreiburg
1955–1960Fröhlich, ErichFreiburg
1960–1964Braun, HeinrichBuchheim
1964–1977Scheppke, GeorgHochdorf
1977–1978Zipse, HeinrichFreiburg
1979–2000Mitternacht, RichardIhringen
2001–2005Büttner, JohannesFreiburg
2005Weller, Cornelius (Gastdirigent)Freiburg
2006–2011Pietsch, MatthiasFreiburg
Seit 2012Zickgraf, MarlonFreiburg

Der Stadtteil Freiburg-Hochdorf

In einem fruchtbaren Landstrich zwischen Schwarzwald und Kaiserstuhl liegt Hochdorf mit seinem Nebenort Benzhausen. Die Gemarkung erstreckt sich über die Ausläufer des Nimberges bis in die Niederung des Mooswaldes. Schon in der Steinzeit und in den darauf folgenden Zeitepochen haben Menschen ihre Spuren hinterlassen. Hochdorf konnte 1972 und Benzhausen 1988 auf 1200 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung zurückblicken. Die Landschaft hat den Menschen stets Nahrung und Heimat gegeben. Die ursprüngliche bäuerliche Struktur blieb über Jahrhunderte erhalten und hat sich erst in der Mitte unseres Jahrhunderts gewandelt.

Die Geschichte des Dorfes ist entsprechend der Nähe der Stadt Freiburg und auch zur Stadt Breisach mit der gegebenen Grenzlage sehr wechselhaft. Es ist kaum nachvollziehbar, wie oft der Ort in den Strudel der kriegerischen Ereignisse geraten ist. Mehrmals wurde der Ort geplündert und teilweise verwüstet. Die vorhandene Bausubstanz lässt kein vor 1750 erbautes Haus erkennen.

Die Größe des Dorfes ist im Entschädigungsverzeichnis des Bauernkrieges von 1525 mit 36 Häusern und Benzhausen mit 8 Häusern erstmals festgehalten. Die Zahl der Einwohner kann um 1700 mit 220 Personen angenommen werden. Im 18. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl auf etwa 650 an. Die erste bekannte Einwohnerzählung von 1835 verzeichnet 732 Personen. Durch die Auswanderungswelle nach Amerika und andere Umstände sank die Zahl bis 1855 auf 616 Einwohner ab. Ab dem Jahr 1855 stieg die Einwohnerzahl wieder langsam an. Sie erreichte 1900: 633, 1925: 695 und 1950: 823 Personen. Im Jahre 1963 wurde der eintausendste Einwohner registriert. Durch die neuen Baugebiete wird in diesem Jahr (1990) eine Einwohnerzahl von 3.000 erwartet.

Der Bau der Bundesautobahn hat die Gemarkung in zwei Teile getrennt. Im östlichen Teil ist eine Gewerbezone geplant und verwirklicht worden. Im Zuge der Gebietsreform hat sich Hochdorf nach zwei Bürgerentscheiden mit knappem Ergebnis zur Eingliederung in die Stadt Freiburg entschieden.

Texte: Heinrich Graner
(Aus der Festschrift zum 65-jährigen Bestehen des Musikvereins und des 125-jährigen Bestehens der Musikkapelle vom Mai 1990)

Weitere Informationen über Hochdorf finden sie in der Wikipedia: Freiburg-Hochdorf


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